/ Flo

Berlin – Bremen

Auf geht’s zum Familientreff am Bullensee in der Nähe von Rotenburg an der Wümme, inmitten der wunderschönen Lüneburger Heidelandschaft.

Die Fahrt beginnt in Friesack, vorbei an Otto Lilienthals Hausflugberg, an dem er schliesslich am 10. August 1896 toedlich mit einem seiner Gleiter verunglückte. Heute gibt es hier ein kleines aber schönes Museum und auf dem Segelflugplatz steht ein altes DDR Linienflugzeug das bei einem Weltrekordversuch 1989 hier mit biegen und brechen auf dem Acker gelandet wurde.

Es geht entlang der Havelauen, vorbei an Havelberg, runter zur Elbe, rauf aufs Schiff und rueber. Ein toller Schlafplatz auf einer Buhne direkt am Ufer ist schnell gefunden und mit Nudeln und Bierchen genieße ich den Sonnenuntergang…nur kurz gestört von einem hektischen Reh das mich nicht bemerkt hat und fast in mein Zelt getrampelt wäre…:)

 

140700_Berlin-Bremen-1

 

140700_Berlin-Bremen-2

 

140700_Berlin-Bremen-3

 

140700_Berlin-Bremen-4

 

140700_Berlin-Bremen-5

 

140700_Berlin-Bremen-6

 

140700_Berlin-Bremen-7

 

140700_Berlin-Bremen-8

 

Nach gutem Schlaf geht´s zeitig los am nächsten Morgen, immer weiter Richtung Westen. Gute Laune, gutes Wetter und kaum Gegenwind lassen mich die Kilometer nur so dahinfliegen. Die Strecke ist wieder Erwarten viel schöner als gedacht und es kommt ein Dorf schöner als das Andere, dazwischen sehenswerte kleine Hansestädte wie Werben, Seehausen oder Salzwedel.

Nach ungefähr 80 Kilometern mache ich eine kleine Pause, die Mittagshitze ist einfach zu drückend um weiterzufahren. Nach einem Nickerchen im Feld mache ich mich mit müden Beinen wieder auf den Weg rüber über die ehemalige deutsch-deutsche Grenze. Der Ex-Todesstreifen hat sich zum grünen Band gewandelt und ist heutzutage das größte zusammenhängende naturbelassene Gebiet der Republik.

Ich schnurre über Felder und einsame Landstrassen, die Sonne im Gesicht, immer weiter Richtung Westen. Einkauf für den Abend in Wrestedt bei Uelzen und weiter in Richtung Munster. Ich will im Kienmoor, einem alten Truppenübungsgelände der Bundeswehr, das teilweise noch genutzt wird, übernachten. Kurz vor der Heide verfranse ich mich in einem 10-Seelenkaff namens “Wichtenbeck” und stehe plötzlich vor dem kleinsten Freibad der Welt…. Die beiden Rentner die das Freibad leiten grinsen mich freundlich an und meinen ich soll mal ruhig noch reinhüpfen, ich würde so aussehen als wenn ich das nötig hätte! Es ist kurz nach 21:00 Uhr , ich habe ueber 160km in den Beinen, bin müde, verschwitzt und verstaubt, und die Arschbombe mit Anlauf wird zur Krönung des Tages!! Die netten Rentner warnen mich noch vor den gefährlich Wölfen die im Kienmoor wieder ihr “Unwesen” treiben sollen, was ich mit einem Grinsen zur Kenntniss nehme und ich finde schnell einen super Schlafplatz in einem alten Schießstand. Es gibt lecker Tour-Pamps (Nudeln mit alles an Gemuese/Tomatenpampe was in den Topf passt) und satt, Ko und glücklich penne ich schnell ein, um vom bösen Wolf zu träumen.

 

140700_Berlin-Bremen-9

 

140700_Berlin-Bremen-10

 

140700_Berlin-Bremen-11

 

140700_Berlin-Bremen-12

 

140700_Berlin-Bremen-13

 

140700_Berlin-Bremen-14

 

140700_Berlin-Bremen-15

 

140700_Berlin-Bremen-16

 

140700_Berlin-Bremen-19

 

140700_Berlin-Bremen-20

 

Früh morgens werde ich von Nieselregen geweckt und ich ziehe um vom Dach des Schießstandes unter das Abdach eine Etage tiefer. Noch eine Stunde schlummern, dann raus aus der Penntüte, Kaffe und Nudelfrühstück und weiter gehts. Das Wetter wird bald wieder besser und die Sonne kommt auch wieder raus. Zweites Frühstück in Munster und dann vorbei am Heidepark Soltau, durch Wälder und Felder bis ich nach ca. 90km endlich den Bullensee und meine fast komplett versammelte Familie erreiche mit denen ich dann noch 2 wunderbare Tage verbringen sollte. Eine wirklich überraschende und lohnenswerte Tour!

Mehr Infos und super Karten hier:

http://www.radweit.de/bhb/bhby.html